Alisa Douer, Ursula Seeber (Hg.) Wie weit ist Wien Lateinamerika als Exil österreichischer Schriftsteller und Künstler
Österreichische Exilbibliothek 312 Seiten, 269 Abb. in Duotone, 18 Farbabb., gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-274-4 26,90 Euro inkl. MWSt. Restexemplare
Lateinamerika als Fluchtziel österreichischer Exilierter.
Über Lateinamerika als Fluchtziel österreichischer Verfolgter des Nazi-Regimes ist wenig bekannt. Stefan Zweig, der seinem Gastland Brasilien 1941 sogar ein eigenes Werk widmete, dort aber nicht mehr die Kraft zum Leben fand, ist das geläufigste Beispiel für die Not des geografischen, intellektuellen und sprachlichen Heimatverlustes, der die Lage der Emigranten bestimmte. Noch 1933 flohen rund 12.000 gebürtige Österreicher aus dem Dritten Reich nach Lateinamerika. Als wichtigste Aufnahmeländer fungierten Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko; Kuba oder die Dominikanische Republik dienten nicht selten als »Wartesaal« für die Einreise in die USA.
Die Vertriebenen waren oft mit willkürlichen Asylpraktiken, extremem Klima und einer schwierigen Wirtschaftslage konfrontiert. Obwohl ein größeres Publikum und zunächst die Infrastruktur fehlten, konnten zahlreiche Exilzeitschriften und deutschsprachige Bücher erscheinen, entstanden deutschsprachige Bühnen, Radioprogramme und Kulturorganisationen.
Die vorliegende Gesamtdarstellung präsentiert erstmals in 13 Abschnitten rund 300 Künstlerinnen und Künstler aller Sparten, von Literatur und Publizistik bis Malerei, von Musik und Theater bis Architektur, von Kunstgewerbe bis Fotografie.
Mit Beiträgen von: Ruth Aspöck, Alfredo Bauer, Edith Blaschitz, Siglinde Bolbecher, Gerhard Drekonja-Kornat, Egon Friedler, Claudia Gerdes, Franz Ippisch, Walter Klein, Christian Kloyber, Trude Krakauer, Raimund Kremlicka, Markus Kupfer, Paula Ludwig, Patrik von zur Mühlen, Uwe Naumann, Kurt Pahlen, Andreas Pfersmann, Egon Schwarz, Bruno Schwebel, Lore Segal, Léon Trahtemberg, Benno Weiser Varon, Hugo Wiener und Irmtrud Wojak.