Ursula Seeber, Alisa Douer, Edith Blaschitz (Hg.)
Kleine Verbündete – Little Allies
Vertriebene österreichische Kinder- und Jugendliteratur
Österreichische Exilbibliothek
177 Seiten, 222 Abbildungen, gebunden, Leinen mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-276-8
26,90 Euro inkl. MWSt. Restexemplare
Österreichische Kinder- und Jugendbuchautoren im Exil
Da die Exilliteratur vom Kulturbetrieb weitgehend ebenso marginalisiert wird wie die Kinder- und Jugendliteratur, stehen die vertriebenen Kinderbuchautoren in einem zweifachen Abseits. So ging man bislang davon aus, dass von den rund zweitausend deutschen und österreichischen Schriftstellern, die 1933/38 ins Exil gehen mussten, bloß hundert Kinder- und Jugendliteratur verfasst haben. Bei der Recherche zu diesem Projekt konnten allerdings allein über hundert Autoren, Übersetzer, Illustratoren, Buchgrafiker, Verleger, Fotografen und Filmemacher österreichischer Herkunft in dieser wenig bekannten Sparte der Exilliteratur ermittelt werden.
Man kennt Felix Salten, dessen Tiergeschichte »Bambi« (1923) durch Walt Disneys Zeichentrickfilm 1942 weltberühmt wurde, oder Mira Lobe, eine der bedeutendsten Kinderbuchautorinnen nach 1945. Das kinderliterarische Werk von Bettina Ehrlich, Friedrich Feld, Tibor Gergely, Anna Maria Jokl, Hertha Pauli, Helene Scheu-Riesz oder Adrienne Thomas aber ist heutigen Lesern weitgehend unbekannt.
Dieser Band dokumentiert die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Autoren und Illustratoren im Exil, erzählt von Kinderliteratur als Einstiegshilfe in den fremden Kulturbetrieb und von schwierigen Publikationsgenesen. Aber auch die Rolle von Büchern und Literatur für die jugendlichen Rezipienten im Exil als Verbündete auf der Flucht, im Versteck, im Lager und in der fremden Umgebung der Gastländer ist ein Thema dieses Buches. In 222 meist farbigen Abbildungen von Büchern, Schutzumschlägen, Illustrationen, Plakaten und Handschriften, die aus Bibliotheken und Privatbesitz in aller Welt zusammengetragen wurden, manifestieren sich die kreativen Leistungen der Buchkünstler im Exil. Ein ausführlicher bio-bibliographischer Abschnitt mit zahlreichen bisher unbekannten Porträts komplettiert die Darstellung.
»Verherrlichte die Naziliteratur Nationalsozialismus, Konformismus und Krieg, so stellten die Exilanten dem humanistische, kosmopolitische und menschenrechtliche Gedanken entgegen.« (Guy Stern) Von diesen »anderen« Büchern, ihren Schöpfern und ihren Lesern, nach Hermynia Zur Mühlen »Little Allies«, berichtet dieser Band.