Helge Sobik Die Flecken im Fell des Leoparden. Tunesische Arabesken
131 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-758-9 14,90 Euro inkl. MWSt.
Reportagen aus der märchenhaften Welt des orientalischen Alltags.
Aus dem Autoradio des Geländewagens donnert schwungvolle arabische Folklore. Als wäre eine Hundertschaft Musiker in den kleinen Kasten mit den beiden Drehknöpfen gezwängt, die nun nach Kräften hämmert und trötet, um wieder herausgelassen zu werden: Tamburingetrommel, Schellenklänge und Flötenmusik umrahmt von rhythmischen Gesängen. Helge Sobik ist unterwegs zu den »Flecken im Fell des Leoparden«, wie die Römer vor mehr als zweitausend Jahren die Oasen am nördlichen Saharasaum bezeichneten. Dem Regisseur Anthony Minghella lieferte diese Landschaft die Bilder für seinen oscarprämierten Film »Der englische Patient«, für George Lucas bildete sie die Kulisse des Weltraumepos »Star Wars«.
Auf den Kerkennah-Inseln kämpft Helge Sobik sich mit der Machete durch eine Hotelruine, deren Korridore längst von Schlingpflanzen erobert wurden. Er trifft die Falkner der Cap-Bon-Halbinsel, fährt mit der »Roten Eidechse« durch kinoreife Canyons und träumt beim Versuch, sich auf einem Dromedar zu halten, davon, bis nach Timbuktu zu schaukeln. »Die Leibhaftigkeit des Märchens!« hatte der Maler Paul Klee 1914 während seiner Tunesienreise in sein Tagebuch notiert. Das Märchen ist zeitlos und wird im kleinsten Land Nordafrikas auch heute noch aufgeführt.