Im Haus des Arztes etwa sprechen die Eltern miteinander ungarisch, mit den Kindern deutsch, mit dem Zimmermädchen serbisch und mit den Patienten nach deren jeweiligen Bedürfnissen.
Leicht kommt der serbisch-orthodoxe Pope nicht damit zurecht, dass sich seine älteste Tochter ausgerechnet in den Sohn des jüdischen Apothekers verliebt hat, ebenso wie die jüdischen Bäckersleute und das deutsche Fabrikantenehepaar, deren Kinder, der singende Rechtsanwalt und das blonde Fräulein, zu heiraten beschließen. Doch man einigt sich, und noch nicht einmal die Juden gestehen sich ihre Sorgen darüber ein, dass in Deutschland ein Herr Hitler an die Macht gekommen ist.
Dann kommt der Krieg und nichts bleibt, wie es war.
Ivan Ivanji lässt die Menschen eines kleinen Balkanstädtchens wiederauferstehen, mit ihren Sehnsüchten und Träumen, mit ihren Vorlieben und unterschiedlichen Lebensstilen. Jeder von ihnen hat eine andere Strategie, sich auf die Zukunft einzustellen – doch kaum einer wird den Nationalsozialismus überleben.
»Liebevoll gezeichnete Menschenbilder und Alltagsszenen wechseln mit schockierenden, ergreifenden und harten Szenen in Ivan Ivanjis neuem Roman ›Geister aus einer kleinen Stadt‹ ab. Eine eindrucksvolle, eine emotional bewegte Spurensuche auf dem Pfad seiner Kindheit.«
Literaturnetz.com
»Bei Ivanji ist es neben der Komposition vor allem die meisterliche Sprache, die eine solche enorme Beklemmung erzeugt – die sorgfältig gehaltene Distanz, die das Geschehen gerade so weit an den Erzähler heranlässt, wie er es gerade noch verkraften kann.«
Freitag Literatur
»Erschüttert kann man sich dem Sog der Ereignisse nicht entziehen. Keine leicht Kost, aber ein sehr wertvolles Buch!«
BÜCHEREI aktuell
»Das berührende Denkmal der Idylle einer Kleinstadt und ihrer Vernichtung.«
Österreich Magazin