Leo Glückselig Gottlob kein Held und Heiliger Ein Wiener »Jew-boy« in New York
Herausgegeben von Daniela Ellmauer und Albert Lichtblau 317 Seiten, 63 Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-428-1 21,90 Euro inkl. MWSt. Restexemplare
Erinnerungen, die Vergangenes lebendig, Verstummtes hörbar werden lassen.
Als Wiener »Jew-boy« in New York erzählt der Charmeur, Künstler und Lebenskünstler Leo Glückselig seine Geschichte: von der behüteten Kindheit in einer glücklichen Familie, der aufregenden Zeit in der Kunstgewerbeschule in Wien, der Begegnung mit der Liebe seines Lebens, der gemeinsamen Flucht mit seinem Bruder Fritz nach Amerika, seinem Dienst als Ausländer bei der US-Army. Persönlich ist Glückselig dem Zugriff der Nazis knapp entkommen, dennoch haben die Angst um das eigene und das Leben der ihm Nahestehenden, die Konfrontation mit der Vernichtung menschlicher Existenz ihn und seinen Weg geprägt. Diese Abgründe der Menschheit beschreibt er in seinen Grafiken über die NS-Verbrechen. Es sind dieselben Themen, die auch das Werk seines Bruders, des austro-amerikanischen Exillyrikers Friedrich Bergammer, bestimmten.
Heute treffen sich die Entwurzelten beim Oskar-Maria-Graf-Stammtisch in New York, hier finden Leo Glückselig und seine Freunde eine Art heimatlicher Oase – verbunden durch dieselbe Sprache, denselben Humor, dieselbe Vorliebe für Kultur. »Amerika«, meint Leo Glückselig, »ist mein Zuhause, schließlich und endlich hat es mir geholfen, mein Leben zu retten. (…) Meine Tochter ist hier geboren, meine Eltern sind hier begraben, mein Bruder, meine Frau. Aber Heimat ist für immer und ewig dieses verdammte Österreich geblieben.«