Aus dem Englischen von Günther Danehl und Jakov Lind Österreichische Exilbibliothek 155 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-409-0 18,90 Euro inkl. MWSt.
Der zweite Teil von Jakov Linds Autobiografie eines rastlos Suchenden.
In Jakov Linds rhapsodischer, ebenso wüsten wie heiteren Nahaufnahme des eigenen Lebens ist aus dem Jugendlichen im »Selbstporträt« ein junger Mann geworden, dessen innere Unruhe ihn von Stadt zu Stadt treibt.
Lebenshungrig, ungeduldig und mit der Bereitschaft, sich ohne vorgefassten Plan, den Gelegenheiten folgend, treiben zu lassen, hetzt er ohne Geld kreuz und quer durch Europa, begegnet sonderbaren Figuren – Schnorrern, Hochstaplern, Abenteurern und Geschäftemachern –, deren Erzählungen er kunstvoll Raum gewährt. Eine Kette zumeist flüchtiger Liebesabenteuer bildet quasi den Rhythmus dieser planlosen Odyssee, die ihn nach Wien – ans Reinhardt-Seminar –, Paris, Amsterdam, Kopenhagen und Stockholm führt. Er arbeitet als Spion, Detektiv, Fotograf, tut stets nur soviel für seinen Unterhalt, dass das Überleben gesichert ist. Seine Verachtung gilt dabei allem, was reüssiert, sich selbstgefällig festsetzt und damit zum Erhalt der Absurditäten der Gesellschaftsordnung beiträgt und jeden, der mitmacht, korrumpiert und charakterlich kaputtmacht. Ebenso wenig freilich hält er von oppositionellen Gruppen – ihn interessiert »nicht die Menschheit, sondern der Mensch«. Und so bleibt Lind Einzelgänger, ein Mann zwischen so ziemlich allen Stühlen.
Es ist ein Buch der Distanz, das mit großer Ausdruckskraft und sanfter Ironie an die Schilderung der Irrfahrten herangeht.