158 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-461-8 16,90 Euro inkl. MWSt.
Schräge Erzählungen, in denen das Surreale zur Selbstverständlichkeit wird.
Bei der Ankunft in New York wird jemandem ein Los geschenkt. Für den unglücklichen Gewinner des Haupttreffers beginnt eine tage- und nächtelange Taxifahrt durch die Metropole. Er wird Zeuge eines Mordes, wird von einer Witwe gezwungen, sie in Las Vegas zu heiraten, und erlebt so nebenbei noch einiges mehr. Ein anderer geht Zigaretten kaufen und wird von einer betörenden Dame nach Texas entführt, wo er für Touristen in einem nachgebauten Neuschwanstein Ludwig II. zu verkörpern hat. Und wieder ein anderer lässt seine Frau in den Schneemassen vor dem Haus erfrieren und verliebt sich in die Stimme der Anrufbeantworterin vom Wetteramt.
Diese Erzählungen sind urkomische Alpträume, die in einer Welt spielen, in der das Surreale zur Selbstverständlichkeit wird. Schultes Kunst besteht darin, trotz aller Purzelbäume der Fantasie, dem Leser das Gefühl zu vermitteln, sich in vertrauten Szenarien und alltäglichen Situationen wieder zu finden. Selbst in seinen eher lyrisch-melancholischen Geschichten – den Porträts von Billy the Kid oder Doc Holliday etwa – erweist sich Schulte als einer der wenigen bedeutenden Humoristen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, der von der Kritik nicht zufällig mit Flann O’Brien, Fritz von Herzmanovsky-Orlando und Woody Allen in einem Atemzug genannt wird.