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Herbert Exenberger
Johann Koß
Brigitte Ungar-Klein
Kündigungsgrund Nichtarier
Die Vertreibung jüdischer Mieter aus den Gemeindebauten in den Jahren 1938–1939

379 Seiten, 69 Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-292-8
26,90 Euro inkl. MWSt. Restexemplare



Die Dokumentation der amtlichen »Arisierung« von Gemeindebauwohnungen in Wien

Mehr als 2.000 Kündigungsverfahren gegen jüdische Mieter in Gemeindebauten wurden 1938 und 1939 von der Wiener nationalsozialistischen Stadtverwaltung angestrebt und durchgeführt. Schon wenige Wochen nach dem »Anschluss« waren die Wohnungen jüdischer Mieter eine begehrte Beute. Für die Nazis waren die Kündigungen eine willkommene Möglichkeit zur Lösung der Wiener Wohnungsnot. In einer detaillierten Darstellung und Dokumentation gehen die Autoren dem Schicksal jener Mieter in Gemeindebauten nach, die aufgrund der wahnwitzigen rassistischen NS-Gesetzgebung ihre Wohnungen innerhalb kürzester Zeit verloren. Bereits am 12. Mai 1938 forderte der »Beauftragte des Reichsärzteführers« die Entfernung der jüdischen Ärzte aus Gemeindebauten. Einen Monat später legte ein Beamter des Wohnungsamtes einen Aktenvermerk über den Beginn der systematischen »Arisierungen« im städtischen Wohnungsbereich an: »Mit Zustimmung des Herrn Gauleiters Bürckel hat mich Herr Vice-Bürgermeister Thomas Kozich beauftragt, sämtliche jüdische Mieter in städtischen Neubauten zum nächstmöglichen Termin zu kündigen.« Die Darstellung informiert über die vielschichtigen Facetten der nazistischen Kündigungswelle gegen »Nichtarier«. Bei dieser Gelegenheit zeigen die Autoren anhand von historischen Dokumenten, wie Briefen oder Bittgesuchen, die oft triste Situation vieler jüdischer Familien in den Wiener Gemeindebauten auf und lassen Betroffene selbst zu Wort kommen. Der nach Berufen gegliederte Teil des Bandes sowie eine Reihe hauptsächlich privater Fotos illustrieren in Alltags- und Familienszenen auf berührende Weise die Lebensumstände, aus denen die jüdischen Gemeindebaubewohner kamen und auf so brutale Weise gerissen wurden. Symbolische Gedenktafeln mit den Daten von rund tausend Deportierten und Ermordeten am Ende des Bandes erinnern an jene jüdischen Mieter und ihre Familienangehörigen, die Opfer des Holocaust wurden oder in den Jahren der Verfolgung in Wien unter teils menschenunwürdigen Bedingungen starben oder als einzigen Ausweg aus ihrer Situation nur mehr den Freitod sahen.


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