Walter Kohl
Das leere Land
Roman
448 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN 978-3-85452-675-9
23,90 Euro inkl. MWSt. Neu
Auch als E-Book erhältlich
Ein fesselnder Roman über Legenden, Geschichte und Erinnerung
Es beginnt mit einer vermeintlich einfachen Auftragsarbeit: Auf den Spuren des Heiligen Severin an der Donau entlangfahren, um einen Text für einen Ausstellungskatalog zu verfassen. Doch so leicht gelingt das dem Protagonisten von Walter Kohls neuem Roman nicht. Denn allzu drängend schiebt sich im Lauf der Recherchereise seine eigene Vergangenheit in seine Gedanken: sein Leben in Kanada und die Beschäftigung mit indianischen Mythen, die historischen Aufarbeitungen der Figur des Heiligen Severin, ein geheimnisvolles Mädchen, das ihn irritiert und ihm in eigenartiger Weise zugetan ist – und das frappierend an jenes Flüchtlingsmädchen erinnert, dessen Foto überall in den Medien zu sehen ist, weil es vor seiner Abschiebung flieht.
Über allem aber steht die hinausgezögerte Wiederbegegnung mit seiner Mutter und den Figuren der Familienvergangenheit, vor denen er vor vielen Jahren nach Kanada geflohen ist, die Angst vor den Wurzeln der eigenen Identität und die Konfrontation mit dem eigenen Altern.
Walter Kohls Reise in der Donaulandschaft führt ins Innerste seines Hauptdarstellers. Ganz nebenbei dekonstruiert Kohl nicht nur eine fromme Legende, er erzählt auch, wie Erinnerung und aus ihr Geschichte überhaupt entstehen.
Walter Kohl, geboren 1953 in Linz, lebt als freier Schriftsteller in Eidenberg bei Linz und verfasste mehrere Bücher (zuletzt: »Wie riecht Leben«, 2009; »Die dunklen Seiten des Planeten«, 2008; »Nacht die nicht enden will«, 2007).
Seine Arbeiten wurden unter anderem mit dem Max-von-der-Grün-Preis (1992), dem Dramatikerpreis des Landes Oberösterreich (1995), einem Mira-Lobe-Stipendium (2003), dem Hörspielpreis des Leipziger Hörspielsommers (2004) und dem Adalbert-Stifter-Stipendium des Landes Oberösterreich (2007) gewürdigt.
»Gekonnt versteht es der Autor, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken, denn sein Protagonist fällt sich ständig selbst ins Wort, alte Ansichten revidierend; nicht einmal auf die eigenen Erinnerungen ist Verlass.« Die Furche
»Wir haben es nicht nur mit einem Roman über Heimat und Fremde zu tun, sondern auch mit dem Roman über einen persönlich und politisch sensiblen Mann, der nicht nur die Welt, sondern auch sein Bild von ihr immer wieder in Frage stellt und auf selbstironische Weise jene Generation repräsentiert, die sich knapp vor dem sechzigsten Geburtstag immer noch nicht damit abfinden kann, dass das Leben kein Rockkonzert geworden ist.« OÖ Nachrichten