Stefan Klein Heilige Kühe und Computerchips. Indische Gegensätze
167 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-712-1 14,90 Euro inkl. MWSt.
Lebensnahe Porträts aus dem sich wirtschaftlich rasch entwickelnden Indien.
Farbenprächtig, lebendig und voller Widersprüche ist Indien – ein Land zwischen Tradition und Moderne. Stefan Klein zeigt in seinen Reportagen das wirtschaftlich aufstrebende Indien, etwa Bombay, die Stadt des Big Business, mit dem Zentrum des indischen Films, Bollywood, aber auch die vergessenen Provinzen im Nordosten des Landes, das neue Krisengebiet Asiens.
Während Indiens Städte im Verkehrschaos versinken, sich in New Delhi »Phut-Phuts«, »Rickshaws« und Ochsenkarren tagtäglich einen erbitterten Kampf liefern, geht es im südindischen Kerala, der Provinz mit der niedrigsten Analphabetenrate Indiens, – wo man auch Zeitungen liest – eher gelassen zu.
Faszinierend und gegensätzlich sind die Lebensläufe der Menschen, von denen Klein berichtet: Sonia Gandhi, Witwe des ermordeten Präsidenten und italienischer Herkunft, bezeichnet sich selbst als »Tochter von Mutter Indien« und ist immer noch von der Aura der Dynastie umgeben. Die Latrinenputzerin Atree ist ihrem Schicksal als Angehörige der Kaste der Parias so ausgeliefert wie die Kinder in der Streichholzfabrik dem Produktionsdruck oder der alte Kaschmiri, der Indien aus tiefstem Herzen liebt, der Repression seiner Regierung.
Das alte Indien mit seinem Gesellschaftssystem ist freilich auch ein Billiglohnland, das von westlicher Konsumkultur überschwemmt wird, wie Fast-food-Restaurants, gegen die Traditionalisten und Gesundheitsapostel wettern: »Computerchips ja, Kartoffelchips nein!«