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Christoph Lingg (Fotos)
Susanne Schaber (Text)
Vergessener Völker Müdigkeiten
Friedhöfe in den Kronländern der ehemaligen k.u.k. Monarchie

144 Seiten, 103 Fotos in Duotone, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-445-8
21,90 Euro inkl. MWSt.



Friedhöfe als Spuren des einstigen multikonfessionellen Vielvölkerstaats.

Sie stehen in keinem Reiseführer, sie finden sich kaum je auf Karten, von ihnen erzählt niemand: Friedhöfe in den Kronländern der ehemaligen k.u.k. Monarchie. Seit die Grenzen zum Osten und Südosten Mitteleuropas leichter passierbar geworden sind, gehen auch die Tore zu jenen Gräberlandschaften wieder auf, die zuvor in Vergessenheit geraten waren. Die Natur schien die Geschichte zu überwuchern, das Dickicht von Waldreben, Efeu und Heckenrosen die Toten ein zweites Mal zu begraben. Eine Reihe dieser Friedhöfe zwischen Lemberg und Triest, Zagreb und Czernowitz hat man in den vergangenen Jahren wiederentdeckt und restauriert, andere verfallen immer mehr: prächtige Parks mit Skulpturen, Grüften, Sarkophagen und Grabhäusern unter ausladenden Bäumen, verwachsene Waldstücke mit jüdischen Mazzewas, die immer tiefer im Boden versinken. Islamische Nisans, wie Halme nebeneinander stehend, Holzkreuze in Siebenbürgen, die sich in offenen Feldern verlieren und dort vermorschen, die Gräberfelder von Mostar und Sarajewo, in denen der Krieg gewütet hat. An all diesen Orten steckt die Sozial- und Kulturgeschichte der einstigen Monarchie und deren Nachfolgestaaten. Die Friedhöfe in den früheren Kronländern fallen aus der Zeit. »Eine Welt ohne Jahre«, um es mit Elias Canetti zu sagen. Ihr Uhrwerk läuft anders.


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