280 Seiten, gebunden, Leinen mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-421-2 21,90 Euro inkl. MWSt.
Ein Roman rund um Schuld und Kollaboration im besetzten Jugoslawien
Ilse von Bockberg, eine verarmte junge Adelige, tritt auf eine Annonce hin den Posten eines Kinderfräuleins in einer kleinen Stadt im Banat an. Die wohlhabende jüdische Fabrikantenfamilie Keleti nimmt die schüchterne Frau auf, und Ilse kümmert sich pflichtbewusst um das einzige Kind des ungleichen Ehepaares, um den kleinen Viktor. Das Kinderfräulein wird von der jungen Herrin in die Gesellschaft der Stadt eingeführt, wo Deutsche, Juden, Serben und Ungarn harmonisch zusammenleben. Eine schwärmerische Beziehung zu einem Spediteur bringt Ilse in Kontakt mit dem völkisch orientierten deutschen Kulturverein der Kleinstadt. Der Einmarsch der Nazis verändert alles: Direktor Keleti wird in den ersten Stunden nach der Machtübernahme ermordet. Um ihren Schützling, den kleinen Viktor zu retten, wird Ilse Sekretärin des örtlichen Gestapochefs. Viktor und seine Mutter werden nach Ungarn abgeschoben, später allerdings von dort nach Auschwitz verbracht.
Ilse flieht nicht rechtzeitig mit den abziehenden Deutschen. Der serbische Untersuchungsrichter, der sie als Kriegsverbrecherin verhört, ist der ehemalige Chauffeur der Keletis und rettet sie insofern, als er sie mit anonymen Deutschen in ein Lager abschiebt.
Fast fünfzig Jahre später trifft Ilse, die sich zur Ruhe gesetzt hat, in Wien wieder auf Viktor. Er ist ein berühmter Architekt geworden und entschließt sich spontan, sein ehemaliges Kinderfräulein einzuladen, den Lebensabend mit ihm zu verbringen.