Konstanze Fliedl
Evelyne Polt-Heinzl
Reinhard Urbach
Schnitzlers Sprachen der Liebe
Wiener Vorlesungen
Band 147
78 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-85452-547-9
8,90 Euro inkl. MWSt.
Arthur Schnitzler als Erotiker: Liebe und Leidenschaft im Werk des Dichters
Arthur Schnitzlers Ruf als Erotiker ist eine wesentliche Grundlage seiner Popularität, sowohl bei Literaturhistorikern und Dramaturgen als auch beim Lese- oder Theaterpublikum. Konstanze Fliedl, Evelyne Polt-Heinzl und Reinhard Urbach widmen sich den »Sprachen der Liebe« in Schnitzlers Werk.
Fliedl thematisiert dabei die Frage des Glücksverbots in der Literaturgeschichte, beleuchtet den philosophischen Hintergrund von Schnitzlers Liebesverhältnissen und die sozialen Aspekte der Leidenschaft, befasst sich mit der Frage des unaussprechlichen Liebessatzes und hinterfragt die Rolle von Kuss und Namensgebung in Schnitzlers Werken.
Evelyne Polt-Heinzl setzt sich eingehend mit den Geschlechterrollen und ihren historischen Hintergründen auseinander und zeigt, dass sich hinter gängigen Klischees bei Schnitzler immer wieder auch verborgene Kommentare zur gesellschaftspolitischen Situation der Frau befinden.
Mit den Begriffen Ehre und Scham in drei exemplarischen Werken Schnitzlers beschäftigt sich Reinhard Urbach: Anhand von »Fräulein Else«, »Lieutnant Gustl« und dem »Reigen« veranschaulicht er Schnitzlers Leistung, tief in die Psyche seiner Charaktere blicken zu lassen.
Konstanze Fliedl wurde 1955 in Linz geboren und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie an der Universität Wien. Nach ihrer Habilitation über Arthur Schnitzler folgten zahlreiche Forschungsaufenthalte sowie Gastdozenturen im Ausland, u. a. in Cambridge, Yale und Harvard. Seit 2002 lehrt sie als Professorin für Neuere Deutsche Literatur, seit 2007 an der Universität Wien. Ihr Forschungsschwerpunkt ist das Werk Arthur Schnitzlers.
Evelyne Polt-Heinzl wurde 1960 in Braunau am Inn geboren und studierte Germanistik und Politikwissenschaft in Salzburg und Wien. Seit 1990 arbeitet sie in der Dokumentationsstelle des Literaturhauses Wien und ist als Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin tätig. Sie publizierte Anthologien und zahlreiche andere Werke zu (österreichischer) Literatur und Medien. Im Picus Verlag erschien 2003 die von ihr herausgegebene Anthologie »Die Chefin. Eine literarische Besichtigung«.
Reinhard Urbach wurde 1939 in Weimar geboren und studierte Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaft in Köln, Bonn und Wien. Er gründete das »Literarische Quartier« der Alten Schmiede in Wien, leitete die Dramaturgie des Burgtheaters und war Direktor des Theaters der Jugend in Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen zur österreichischen Literatur, besonders zu Arthur Schnitzler.