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© 2011. PICUS VERLAG
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Ildi Ivanji
Wetten am Tor
Erzählung

Aus dem Serbokroatischen übersetzt von Milo Dor

79 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-442-7
12,90 Euro inkl. MWSt.



Von der Kunst, auch in den schrecklichen Dingen immer etwas Komisches zu finden.

Ildi ist elf, geschoren und angezogen wie ein Bub. Man sagt, sie sei ein böses, gefühlloses und egoistisches Kind. Dabei will sie nur ihr schönes, erfundenes Leben leben – in Bergen-Belsen, wo sie das Sterben der anderen scheinbar seltsam unberührt lässt. In ihrer eigenen, zahlenmystisch bestimmten Welt, hält sie sich an ihre Regeln: Im einzigen Buch, das sie besitzt, erlaubt sie sich täglich nur zwei Seiten zu lesen, »und wenn ich es einmal ausgelesen hatte, würde ein Ende sein, so oder so«. Ihre Lieblingsbeschäftigung, der sie gemeinsam mit zwei anderen Mädchen nachgeht, ist das »Wetten am Tor«. Bei diesem Zeitvertreib wetten die Kinder darauf, welche von den »lebenden Leichen«, die täglich den Karren mit den Toten zum Krematorium ziehen, als nächste umfallen und nicht mehr aufstehen wird. Rubi, der Leiter des »Lager-Kabaretts«, das aus einer Budapester Kabarett-Truppe samt Publikum und etlichen Geisteskranken aus den verschiedensten Kliniken besteht, ist der einzige Erwachsene, von dem sie sich verstanden fühlt. Von ihm lernt sie, »dass man auch in den schrecklichen Dingen immer etwas Komisches finden müsse. Irgendetwas war immer komisch.«


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