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Christine Hamel
Puschkinkult in weißen Nächten
St. Petersburger Seelensprünge

132 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-770-1
14,90 Euro inkl. MWSt.



Russlands Tor zum Westen feiert sein 300-jähriges Jubiläum.

St. Petersburg gilt als Venedig des Nordens. Mit seinem Überschuss an jadegrünen und kaisergelben Palästen bietet die Stadt eine prächtige Kulisse, die ihre Bewohner auf ganz eigene, improvisierte und absonderliche, manchmal aber auch sehr stilvolle und würdige Weise mit Leben füllen. Christine Hamel ist der Lebensart der Petersburger nachgegangen, in der sich die turbulente Geschichte der Stadt in den letzten dreihundert Jahren spiegelt – ihre Auslöschungen, Wechsel und Wiederbelebungen. Sie plaudert mit Dmitrij Andrejewitsch Dostojewskij bei Tee und bitterem Moosbeeren-Gebäck über seinen bedeutenden Urgroßvater, spricht mit dem Direktor der Eremitage über weltweite Expansionspläne und mit einem ehemaligen Feuerwehrmann über seine Datscha, durch deren Erträge er die ganze Familie ernährt. Und sie wird von Mücken zerstochen, als sie dem Geheimnis der sich über der Newa öffnenden Brücken auf den Grund gehen will und deshalb bei den Angestellten in der Schlossbrücke vorbeischaut – die oft nicht nur wegen ihrer illegalen Sauna ins Schwitzen kommen. Beim Blick in die Seele der widerspruchsvollen Zarenstadt entgehen Christine Hamel aber auch nicht deren Schattenseiten. Eine davon sind die berühmt-berüchtigten »Kresty«, ein hoffnungslos überfülltes Gefängnis, das öffentliche Führungen als Präventivmaßnahme benutzt, um vor Verbrechen abzuschrecken. So entsteht das vielschichtige Porträt einer höchst lebendigen, im Umbruch begriffenen Stadt, in der man nie weiß, was einen hinter der nächsten Ecke erwartet.


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