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© 2011. PICUS VERLAG
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Richard Erdoes
Der Donnerträumer
Erinnerungen

Aus dem Amerikanischen von Gabriele Pauer
Österreichische Exilbibliothek
162 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85452-432-8
18,90 Euro inkl. MWSt. Restexemplare



Sehr persönliche, leise ironische Erinnerungen an das untergegangene Europa.

Als Richard Erdoes 1940 in die USA kam, begann er, sich mit Kultur und Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner auseinanderzusetzen, und eine Gestalt aus der indianischen Mythologie wurde zur Leitfigur seines eigenen Lebens: der Heyoka, der Donnerträumer. So erzählt Richard Erdoes aus ganz ungewohnter Perspektive von seiner Kindheit und seinen Jugendjahren in Deutschland, Österreich und Ungarn, seiner Zeit in der fortschrittlichen Odenwaldschule und an der Kunstakademie, von reichsdeutschen »Rassenbeauftragten« und Wiener »süßen Mädeln«, von lebensrettenden Zufällen für den Flüchtling – nämlich nicht aus der Sicht des Opfers, sondern aus der des fast übermütigen Schelms: Als er nach dem »Anschluss« Österreichs zufällig auf eine Ansammlung feiernder Nazis stößt, vor denen Hitler leibhaftig eine Ansprache hält und dabei »wie immer die deutsche Sprache malträtiert«, erscheint ihm dieser »zum Brüllen komisch«, als eine »kalbsäugige Karikatur«. Im Bühnenmilieu aufgewachsen, entdeckte Richard Erdoes bereits als Kind die Lust an der Anekdote, den Spaß am Umgang mit dramatischen Szenen und entwickelte somit schon früh den Sinn für die gut aufgelegte Pointe, den er nun gekonnt umsetzt. Trotz des Tempos und des ironischen Tons weiß der »Donnerträumer« um die große Tragödie des Jahrhunderts, die auch Richard Erdoes’ Lebensweg wesentlich geprägt hat.


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