Vortrag und Diskussion: Robert Misik »Herrschaft der Niedertracht«

Nach einem Jahr türkisblauer Koalitionsregierung geht Robert Misik mit deren Protagonisten, ihren Ideen und dem politischen Zeitgeist, der nun weltweit weht, ins Gericht.

Wie konnte sich der »neue Stil«, der weltweit auf dem Vormarsch zu sein scheint und den die österreichische Mitte-Rechts-Regierung für sich reklamiert, durchsetzen und wie gelangt er zu den verblüffend hohen Zustimmungsraten? Eine neue Politik, die achtlos mit den Rechten und der Würde der Ärmsten umgeht, die Gesetze beschließt, die vor allem den Wohlhabenden nutzen, die Neidkampagnen gegen Schwächere betreibt und Grundrechte wie die Meinungsfreiheit in Gefahr bringt. Sie funktioniert, weil sie eine Angstkultur nutzt, die zur Folge hat, dass jeder nur mehr an sich selbst denkt. Wenn sich die Angst in Gesellschaften hineinfrisst, wünschen sich die Menschen Zäune, Mauern und Gräben, um das Altbekannte zu bewahren. Das ist in Österreich nicht anders als im Rest der Welt.
Robert Misiks scharfe Analyse mündet in dem Appell: Lassen wir uns so nicht regieren!

Lesung: Robert Misik »Herrschaft der Niedertracht«

Robert Misik liest aus »Herrschaft der Niedertracht«.

Nach einem Jahr türkisblauer Koalitionsregierung geht Robert Misik mit deren Protagonisten, ihren Ideen und dem politischen Zeitgeist, der nun weltweit weht, ins Gericht.

Wie konnte sich der »neue Stil«, der weltweit auf dem Vormarsch zu sein scheint und den die österreichische Mitte-Rechts-Regierung für sich reklamiert, durchsetzen und wie gelangt er zu den verblüffend hohen Zustimmungsraten? Eine neue Politik, die achtlos mit den Rechten und der Würde der Ärmsten umgeht, die Gesetze beschließt, die vor allem den Wohlhabenden nutzen, die Neidkampagnen gegen Schwächere betreibt und Grundrechte wie die Meinungsfreiheit in Gefahr bringt. Sie funktioniert, weil sie eine Angstkultur nutzt, die zur Folge hat, dass jeder nur mehr an sich selbst denkt. Wenn sich die Angst in Gesellschaften hineinfrisst, wünschen sich die Menschen Zäune, Mauern und Gräben, um das Altbekannte zu bewahren. Das ist in Österreich nicht anders als im Rest der Welt.
Robert Misiks scharfe Analyse mündet in dem Appell: Lassen wir uns so nicht regieren!

Präsentation: Harald Darer »Blaumann«

Harald Darer liest aus »Blaumann«.

Ein Mann im besten Alter hält ein Versprechen ein und fährt nach fünfundzwanzig Jahren zu seinem ehemaligen Lehrbetrieb in die steirische Provinz. Damit beginnt für ihn eine Reise in die eigene Vergangenheit. Der Kollege, mit dem er dieses Treffen einst vereinbart hat, erscheint jedoch nicht. Sein Warten lässt den Erzähler immer tiefer in die Erinnerung an seine Lehrzeit als Elektriker eintauchen. Bilder flammen auf – von Geringschätzung und Schinderei, kleinen Gaunereien, vermeintlichen Lebensweisheiten und stiller Rebellion. Es ist eine schaurig aberwitzige Zeitreise in die Welt der Arbeit, wie sie gerade noch war.

Lebensnah, erdig und fesselnd: Harald Darer taucht tief in die Abgründe eines Arbeiterlebens und schafft damit eine bitterböse, grotesk-komische Realsatire.

Robert Schindel liest Reinhard Federmann, »Das Himmelreich der Lügner«

Robert Schindel liest und kommentiert Reinhard Federmann: Das Himmelreich der Lügner
Vortrag: Günther Stocker
Anschließend Gespräch mit Klaus Kastberger

Reinhard Federmanns Roman Das Himmelreich der Lügner (1959) passt nicht in die gängigen Vorstellungen über die frühe österreichische Nachkriegsliteratur, in der es angeblich keine adäquate literarische Aufarbeitung von Faschismus und Krieg gegeben habe. Dieses Klischee widerlegend entwirft er einen Längsschnitt der österreichischen Geschichte zwischen 1933 und 1956, setzt sich ausführlich mit dem Februaraufstand 1934 auseinander, mit Nationalsozialismus, Stalinismus, Holocaust und Kaltem Krieg. Ein „Grundbuch der österreichischen Literatur“ also, auch wenn es bis vor kurzem Germanistik und literarische Öffentlichkeit ignoriert haben. (Günther Stocker)

Robert Schindel, geboren 1944, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt: Scharlachnatter. Gedichte (Suhrkamp 2015).
Günther Stocker, geboren 1966; Assoziierter Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Robert Schindel liest Reinhard Federmann, »Das Himmelreich der Lügner«

Robert Schindel liest und kommentiert Reinhard Federmann: Das Himmelreich der Lügner
Vortrag: Günther Stocker
Anschließend Gespräch mit Klaus Kastberger

Reinhard Federmanns Roman Das Himmelreich der Lügner (1959) passt nicht in die gängigen Vorstellungen über die frühe österreichische Nachkriegsliteratur, in der es angeblich keine adäquate literarische Aufarbeitung von Faschismus und Krieg gegeben habe. Dieses Klischee widerlegend entwirft er einen Längsschnitt der österreichischen Geschichte zwischen 1933 und 1956, setzt sich ausführlich mit dem Februaraufstand 1934 auseinander, mit Nationalsozialismus, Stalinismus, Holocaust und Kaltem Krieg. Ein „Grundbuch der österreichischen Literatur“ also, auch wenn es bis vor kurzem Germanistik und literarische Öffentlichkeit ignoriert haben. (Günther Stocker)

Robert Schindel, geboren 1944, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt: Scharlachnatter. Gedichte (Suhrkamp 2015).
Günther Stocker, geboren 1966; Assoziierter Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Robert Schindel liest Reinhard Federmann, »Das Himmelreich der Lügner«

Robert Schindel liest und kommentiert Reinhard Federmann: Das Himmelreich der Lügner
Vortrag: Günther Stocker
Anschließend Gespräch mit Klaus Kastberger

Reinhard Federmanns Roman Das Himmelreich der Lügner (1959) passt nicht in die gängigen Vorstellungen über die frühe österreichische Nachkriegsliteratur, in der es angeblich keine adäquate literarische Aufarbeitung von Faschismus und Krieg gegeben habe. Dieses Klischee widerlegend entwirft er einen Längsschnitt der österreichischen Geschichte zwischen 1933 und 1956, setzt sich ausführlich mit dem Februaraufstand 1934 auseinander, mit Nationalsozialismus, Stalinismus, Holocaust und Kaltem Krieg. Ein „Grundbuch der österreichischen Literatur“ also, auch wenn es bis vor kurzem Germanistik und literarische Öffentlichkeit ignoriert haben. (Günther Stocker)

Robert Schindel, geboren 1944, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt: Scharlachnatter. Gedichte (Suhrkamp 2015).
Günther Stocker, geboren 1966; Assoziierter Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien.

Lesung: Andrea Karimé »Der Wörterhimmel des Fräulein Dill«

Andrea Karimé liest aus »Der Wörterhimmel des Fräulein Dill«.

Schon am dritten Osterferientag langweilt sich Dennis, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, Quatschwörter zu erfinden. Quatschliederexpertin Mama ist auf Sprachreise in der Türkei und Papa ist immer nur mit seinem Garten beschäftigt. Mit einem Fernrohr sitzt Dennis, der gerne auch mal Detektiv spielt, hinter einem Dillbusch, als plötzlich ein kleines altes Fräulein mit einem Hexenbuckel auftaucht und ein komisches Rollauto vor sich herschiebt. Zunächst fürchtet sich Dennis vor ihr, doch schon bald stellt sich heraus, dass das Fräulein nur deshalb so mürrisch schaut, weil ihr der geliebte Wörterhimmel abhanden gekommen ist.
Wörterhimmel? Der trägt statt Sternen Wörter, doch es wollen einfach keine Wortsterne mehr vom Himmel fallen. Beim Quatschwörterexperten Dennis ist sie mit diesem Problem natürlich an der richtigen Adresse. Banane, Sanane, Sahnebanane! Dennis liefert dem Fräulein ein Quatschwort nach dem anderen, doch fröhlicher wird es trotzdem nicht. Als das Fräulein plötzlich verschwindet, macht sich Dennis auf eine abenteuerliche Reise in die Türkei. Der Wörterhimmel muss gerettet werden!

Lesung: Stefan Slupetzky, »Absurdes Unglück«

Stefan Slupetzky liest aus »Absurdes Unglück«.

Stefan Slupetzky spürt das Glück dort auf, wo es niemand vermutet hätte. Dabei fängt er Momente der Verzückung ebenso ein wie die Abgründe, die sich innerhalb scheinbar ungetrübter Beziehungen auftun.
Slupetzkys hintergründige Storys kommen einmal mehr und einmal weniger böse, aber immer mit ironischer Distanz zur Sache mit dem Glück im Leben: das einbalsamierte Liebesglück des Pompfuneberers, der Gipfel des Konsumentenglücks, dem ein Picasso im Penthouse plötzlich auch erheblich im Weg stehen kann, oder ungeahnte erotische Glücksdimensionen, wenn zwei Schuhe Oberleder an Oberleder stehen.
Er macht sich auf die Suche nach verborgenen Inseln des Glücks und nach wahren Glücksrittern und hinterfragt die Wahrscheinlichkeit, dass das Glück tatsächlich irgendwann plötzlich vor der Tür steht, wenn man schon alle Hoffnung aufgegeben hat.

Lesung: Thomas Sautner »Großmutters Haus«

Was ist ein gelungenes Leben? Die Begegnung mit der tot geglaubten, unkonventionellen Großmutter, die in einem verborgenen Haus mitten im Wald lebt, bringt einer jungen Frau unerwartete Erkenntnisse, die ihr Leben auf den Kopf stellen.

Malina lebt in der Großstadt, studiert und arbeitet nebenbei in einer Bücherei. Eines Tages bringt ihr der Postbote ein rätselhaftes Päckchen, prall gefüllt mit Geldscheinen. Auf einem beigefügten Kärtchen steht lapidar: »Anbei ein paar Zettel mit Nullen drauf. Deine Großmutter.« Malina kann es kaum glauben, hat sie doch die Großmutter seit Jahren für tot gehalten. Also macht sie sich auf den Weg in ihre alte Heimat, zum großmütterlichen Haus, das tief im Wald versteckt liegt. Die alte Dame die sie dort vorfindet, ist extravagant, ausgeflippt und lebensfroh, zum Wiedersehen bietet sie ihrer Enkelin zunächst einen Joint an …