BUCH WIEN – Lesung und Gespräch: Egyd Gstättner »Die Familie des Teufels«

Vor Egyd Gstättner ist niemand sicher: Selbst Nobelpreisträger und Ikonen der Literatur müssen seine spitze Feder über sich ergehen lassen. Große Kenntnis und tiefe Einsicht, Anteilnahme und Abneigung gleichermaßen prägen Gstättners Annäherungen an große Literaten, handeln sie dabei doch immer auch von ihm selbst. Er erzählt tragische Geschichten und dramatische Ereignisse, voll Zynismus und Galgenhumor. Am Ende wird klar, wie sehr das Leben und Werk aller Porträtierten Gstättners eigene Entwicklung und sein Schreiben beeinflusst haben. Eines ist sicher: Man kann sich seine Vorbilder nicht aussuchen.

Moderation: Lisa Mayr

BUCH WIEN – Gespräch: Robert Misik und Christine Schörkhuber »Arbeit ist unsichtbar«

Die gesellschaftlichen, politischen und psychosozialen Aspekte von Arbeit bestimmen unser gesamtes Leben. Doch das Wesentliche an ihr ist unsichtbar: Die informellen Regeln am Arbeitsplatz sind es ebenso wie die mit der Arbeit verbundenen Gefühle – und auch die Herkunft der Produkte ist es geworden. Der Sammelband »Arbeit ist unsichtbar« geht verborgenen Aspekten der Arbeit und des Arbeitens auf die Spur. Er erzählt von emotionaler Kompetenz und Solidarität, von der Macht der Kooperation, Arbeitsstolz und weinenden Arbeitern, vom Ausgebranntsein und Heimwerken. Von Hierarchien und Effizienz, Respekt und Identität und der politischen Geschichte der Arbeiterbewegung.

Moderation: Juliane Nagiller

Lesung: Ivan Ivanji

Ivan Ivanji, 1929 im Banat geboren, war unter anderem Journalist, Diplomat und Dolmetscher Titos. Romane, Essays, Erzäh­lungen und Hörspiele. Er lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien und Belgrad. Im Picus Verlag erschienen zahlreiche Romane, darunter »Bar­ba­rossas Jude«, »Das Kin­der­fräulein«, »Der Aschen­mensch von Buchenwald«, »Die Tänzerin und der Krieg«, »Geister aus einer kleinen Stadt«, »Buchstaben von Feuer«, die Neuauflage seines Erfolgs »Schattenspringen«, 2014 »Mein schönes Leben in der Hölle«, 2017 erschien seine Familiensaga »Schlussstrich«.

Lesung: Barbara de Mars »Lesereise Florenz«

Florenz überrascht gerade dann, wenn man es geschafft hat, Michelangelos David oder die Uffizien und den Ponte Vecchio hinter sich zu lassen, ohne dem Stendhal-Syndrom anheimzufallen. Jetzt beginnt die Suche nach dem Eigentlichen, nach der Essenz, dem Geheimnis von Florenz. Anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse stellt Barbara de Mars ihr neues Buch über Florenz vor.
Der Gitarrist Christian Wolff wird aus dem Zyklus „Italian Coffee“ von Simone Iannarelli spielen sowie Werke von Emilio Pujol und Isaac Albeniz.

Lesung: Theodora Bauer »Chikago«

Feri und Katica leben Anfang der zwanziger Jahre in einem Gebiet des Aufruhrs und des Umbruchs und vor allem der Armut: an der noch jungen ungarisch-österreichischen Grenze. Die große Hoffnung heißt »Amerika«, vor allem für Feri, der die schwangere ­Katica mitnehmen will. Ein Unglück und das beherzte Eingreifen von Katicas Schwester Anica lassen die Auswanderpläne zur Flucht werden, nun sind sie zu dritt. Doch das Leben in Amerika ist nicht so gut zu den drei Auswanderern wie erhofft: Die Geburt ihres Kindes verläuft für Katica tragisch, Feri wird zum Säufer und Tagedieb, und bald muss Anica die Verantwortung für den kleinen Josip übernehmen …

Preisverleihung: Aleida und Jan Assmann erhalten den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist einer der wichtigsten Preise der Buchwelt und gilt als politische Auszeichnung. Aleida und Jan Assmann werden für ihre Arbeit zur Erinnerungskultur geehrt – und kommen zwei Tage nach der Verleihung in der Frankfurter Paulskirche nach Köln, um ihr Werk vorzustellen.

In ihren Studien engagieren sie sich gegen Geschichtsvergessenheit – was von unschätzbarem Wert ist, in einer Zeit der politischen Instrumentalisierung. Das sieht auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels so, der Aleida Assmann und Jan Assmann als Forscherpaar ehrt, das sich, so die Jury, wechselseitig inspiriere und ergänze.

Die Moderatorin und Journalistin Gisela Steinhauer führt durch den Abend und die Veranstaltung wird live auf WDR 3 gesendet.

Lesung: Bernd Schiller liest aus seinen Lesereisen

»In Buddhas Ländern«: Faszination Buddhismus – Keiner anderen Weltreligion wird im Westen soviel Neugier und Sympathie entgegen gebracht. Dazu haben ganz sicher die charismatische Persönlichkeit des Dalai Lama als auch die exotische Magie der Ursprungsländer beigetragen, die heute zu den Lieblingszielen von Millionen Touristen gehören. Der Hamburger Buchautor, Journalist und renommierte Asienkenner Bernd Schiller folgt seit Jahrzehnten den Spuren des historischen Buddha durch Indien und Südostasien. In seinen Reportagen, Essays und Erzählungen schildert er eine vielschichtige Welt voller Lebensfreude und Spiritualität, so bunt wie die unterschiedlichen Ausprägungen des Buddhismus. Seine Lese-Reise führt von abgelegenen Klöstern im Himalaya durch atemberaubende Landschaften und über die großen Ströme Mekong, Ganges und Irrawaddy bis in den Alltag von Mönchen und einfachen Menschen.

Lesung: Ljuba Arnautović »Im Verborgenen«

Ljuba Arnautović hält einen Vortrag zum Thema »Jüdische U-Boote und ihre Helfer/innen«

Schauspieler Felix Strasser liest aus »Im Verborgenen«.

Über das Buch:
Genofeva arbeitet in der Kanzlei des Oberkirchenrats in Wien. Es ist das Jahr 1944. Niemand ahnt, dass sie in ihrer Wohnung über Monate hinweg Menschen versteckt. Niemand weiß auch um ihre politische Vergangenheit, die sie selbst in größte Gefahr bringen könnte.
Sie muss ihren Schmerz und ihre Einsamkeit verbergen: Beide Söhne befinden sich seit Jahren in der UdSSR und der Kontakt zu ihnen ist abgerissen. Ihr Mann ist längst in Australien und damit in einem anderen Leben angekommen.
Eines Tages trifft Genofeva, die sich Tante Eva nennen lässt, auf Walter. Auch er muss schließlich in ihr Versteck fliehen. Dort kommen sich die zwei verlorenen Seelen näher.

Eindringlich, aufwühlend und zugleich unsentimental schreibt Ljuba Arnautović in ihrem Debüt über eine Frau, deren stilles Heldentum unerkannt bleibt, deren beharrlicher Einsatz für das Richtige aber letztendlich Früchte trägt.

Lesung: Thomas Bruckner »Wundersuche«

Als bei Thomas Bruckner ein Hirntumor diagnostiziert wird, beschließt er, sich nicht, wie von den Ärzten empfohlen, sofort operieren zu lassen, sondern erst alternative Heiler aufzusuchen. Auf seiner journalistischen Suche nach Heilung begegnet er einer Vielzahl von Menschen, die behaupten, außergewöhnliche Fähigkeiten in sich zu tragen. Vom bodenständigen Heiler in seinem Nachbarort über Voodoo-Priester in Togo, von Wunderheilern auf den Philippinen, Schamanen in Bulgarien, Teufelsaustreibern in Ghana bis hin zum weltweit bekanntesten Medium, João de Deus in Brasilien, führen ihn seine Reisen.
Eine gleichermaßen fesselnde wie irritierende Welt tut sich auf.

Lesung: Kirstin Breitenfellner »Das Geheimnis der Schnee-Eule«

Tiba und ihr Bruder Kai sind auf Besuch bei Onkel und Tante – in einem kleinen Dorf, das nur durch sein Friedenszentrum bekannt ist. Onkel Benno kümmert sich um Baby Tobi, während Tante Oda das Friedenszentrum leitet. Tiba und Kai finden bald Anschluss: Da ist zunächst Cousin Martin, der bulgarische Bub Kalin und Karl, der Sohn des Jägers, mit denen die beiden sich auf die Fährte des Tierpräparators Maus machen. Für Onkel Benno ist der sowieso schon verdächtig. Die Kinder beschließen, Herrn Maus in eine Falle zu locken. Denn sie sind überzeugt davon, dass der auch geschützte Schnee-Eulen ausstopft!

Ein spannender Kinderkrimi über Familie und Freundschaft, übers Anderssein und Miteinander-Auskommen – und über erste Eindrücke, die sich nicht immer bestätigen.